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Karsten Seifarth - Erfahrungsbericht 2017-02

Ein Bericht zur Vorbereitung auf die Prüfung zum 1. Kup von Karsten Seifarth


Tae Kwon-Do Schüler Karsten Seifarth im Jahr 2016 während eines Lehrganges in Udine / Italien

8 Jahre Tae Kwon-Do bedeuten für mich, dass ich längst nicht am Ende des Lernprozesses angekommen bin. Vielmehr, dass ich auf so viele tolle Erinnerungen, Eindrücke & Erlebnisse zurückblicken kann, die mich manches mal einfach nur sprachlos machen ...

 

Wenn man über einen so langen Zeitraum ein Interesse ausübt, dann wird es irgendwann mehr als bloß ein alltägliches Hobby. Irgendwann setzt der Denkprozess ein, dieses "Warum mache ich das eigentlich? Was möchte ich erreichen, wie geht´s noch weiter?" ... an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Meister sowie befreundeten Mitstreiter, welche diesen Weg bisher mit mir gegangen sind, und hoffentlich noch weiter gehen werden. Besonders an meinen Freund & nun Großmeister Axel Schulze, von dem ich so ziemlich alles gelernt habe, was mich heute in sportlicher Sicht ausmacht. Und der mir so viel Neues gezeigt hat, was alles früher so unglaublich fern schien. Nun, nach jahrelangem Training, weiß ich zumindest, dass ALLES was wir uns in physischer Hinsicht vornehmen, auch gelingen kann, solange wir darauf hin arbeiten.

 

So vieles gesehen, so viele neue Leute kennen gelernt, so vieles erlebt ... toll ist, dass es eine Lebenseinstellung geworden ist. Egal ob in fröhlichen Sonnenschein-Zeiten, oder in traurigen Phasen, ich weiß für mich, dass ich immer wieder den Weg in unseren Dojang finden werde, mir den weißen Dobok überstreifen kann, den hart erarbeiteten Gürtel knoten werde, mich ins Training stellen darf & dann die Welt komplett ausblenden kann - mich nur noch auf die aktuelle Sache konzentrieren & alle Probleme fallen lassen kann ... ich denke, genau DAS ist es was eine Kampfkunst eventuell auch ausmacht. Dieses Gefühl, angekommen zu sein, sobald man im Training steht.

 

Das wichtigste was ich über die Jahre erlernt bzw. vermittelt bekommen habe, ist die Eigenschaft des Respekts. Respekt gegenüber sich selbst, Respekt gegenüber Anderen. Vielleicht ist dies auch sehr entscheidend für unsere heutige Zeit, um positiv auf Andere wirken zu können. Und die Trainingseinstellung, dass man nur weiter kommt, wenn man hart und ehrlich dafür schwitzt & hinarbeitet. Auf ein Ziel hin. Und wenn man dies eines Tages erreicht hat, sich nicht darauf ausruht, sondern noch weiter geht ...

 

Eines Tages wird dann vielleicht auch der schwarze Gürtel, der Weg hin zum Meister, folgen. Bis dahin aber bin ich weiter stolz auf mein Erreichtes sowie diesen wundervollen roten Gürtel, der zum einen unseren Anzug zusammen hält, zum anderen derart viele Erinnerungen in sich trägt, dass er zu meinem besten Freund geworden ist. Immer wenn es wieder an der Zeit ist, der geübten Knoten festzuzurren, weiß ich, warum ich das mache ... weiß ich was bisher alles geleistet wurde ... hoffe ich darauf, was noch folgen wird.

 

In diesem Sinne, hoffe ich mal ich werde eventuell in 8 Jahren wieder so einen Text verfassen können, und dann noch dankbarer für Alles sein können.

Taekwondo, das ist Teil des Herzens bei mir geworden. Hier habe ich für mich eine (sportliche) Familie gefunden. Hier bin ich stets willkommen.

 

"Never never quit." - Kwon, Jae Hwa -


Karsten Seifarth

Ausarbeitung zur Sicht auf die eigene Kampfkunstgeschichte

Erfahrungsbericht 2017-02