· 

Leoni Fahrenkrug - Erfahrungsbericht 2017-03

Ein Bericht zur Vorbereitung auf die Prüfung zum 1. Kup von Leoni Fahrenkrug


Im Tae Kwon-Do geht es nicht nur ums Schlagen und Treten, es geht darum, das Richtige zu tun.

Aus dem Buch „Tödliche Kunst“ von Alex Gillis.

Leoni Fahrenkrug - Tae Kwon-Do Schülerin

Hätte man mich vor vier Jahren gefragt, was ich mit Kampfkunst verbinde, wäre ich sicher schnell auf die vielen atemberaubenden Tritte und Kicks gekommen, doch sehr viel mehr wäre mir hierzu nicht eingefallen. Seit fast schon vier Jahren erlerne ich das Tae Kwon-Do, seitdem haben sich nicht nur meine physischen Fähigkeiten verändert, sondern auch meine Denkweise, die Art, wie ich andere behandele und meine eigenen Werte änderten sich. 

 

Als ich vor fast vier Jahren zum ersten Mal den Dojang betrat, ahnte ich nicht, dass Tae Kwon-Do so sehr mein Leben beeinflussen könne. Die ersten Trainingsstunden waren sehr anstrengend, doch meine eigene Schwäche motivierte mich umso mehr, nicht aufzugeben und weiterzumachen. Als nun die erste Prüfung bevorstand, war ich sehr aufgeregt, so viele Eindrücke wurden doch an diesem Tag gesammelt. Die Gratulation zu meiner bestandenen Prüfung motivierte mich nun noch mehr, denn als ich sah, wie viel die zahlreichen höherrangigen Gurte an jenem Tag zu leisten hatten, wuchs meine Begierde, mit ihnen mithalten zu können. Ab sofort versuchte ich, in jedem Training mein Bestes zu geben, dass etwas für mich nicht möglich war, akzeptierte ich nicht. Diese Einstellung prägt bis heute noch mein Verhalten.

 

In dem darauffolgenden Jahr durfte ich an vielen Prüfungen teilnehmen und mit jeder von ihnen stieg mein Verlangen, immer besser zu werden. Genau zu jener Zeit veränderte sich auch meine Einstellung zum Tae Kwon-Do. Anfänglich schien es nur ein Hobby zu sein, doch die Gedanken an Tae Kwon-Do konnte ich nach dem Training nicht einfach im Dojang zurücklassen. Selbst wenn ich nicht jeden Tag trainieren konnte, so nehme ich doch aus dem Training viel mehr mit, als nur die Techniken. Im Tae Kwon-Do geht es nicht allein darum, seinen Körper auszubilden, die physische Kraft zu stärken, sondern viel mehr auch psychisch heranzuwachsen.

Leonie Fahrenkrug - Sidekick zum Hyong-Seminar in Stadtroda

Respekt war eines der ersten wichtigen Dinge, die ich aus dem Tae Kwon-Do in mein alltägliches Leben außerhalb des Dojangs mitnahm. Ich lernte, zu respektieren, auch wenn dieser Respekt manchmal nicht erwidert wurde – „im Tae Kwon-Do geht es darum, das Richtige zu tun“ – das Richtige für mich ist es, jede persönliche Meinung zu akzeptieren und die Leistungen eines jeden anzuerkennen. Tae Kwon-Do verändert nicht nur meine physische Kraft, sondern bringt mir gleichzeitig bei, sich immer für das Richtige einzusetzen.

 

Für mich sind die Prüfungen nicht das wichtigste, viel mehr, was ich auf dem Weg dorthin gelernt habe, dass ich das Erlernte auch in meine Denkweise mit einbinden kann und immer ein neues Ziel vor Augen haben werde.

 

Vor vier Jahren fing ich an meinen Freunden die Vorfreude auf das bevorstehende Training mitzuteilen. Das hat sich bis heute nach all den Jahren immer noch nicht verändert, jeden Dienstag und Freitag erzähle ich ihnen, wie sehr ich mich darauf freue, am Abend erneut in den Dojang zurückzukehren „nach Hause“ zu kommen, auf die Familie zu treffen, die dieselben Interessen teilt wie ich und mit ihnen zusammen auf die Ziele, die sich viele von uns gesetzt haben, weiter hinzuarbeiten. Sobald ich den Dojang betrete, vergesse ich alle Probleme des Alltags, ich konzentriere mich einzig und allein auf das Training, denn das ist es, was für mich in diesem Moment wichtig ist. Jedes Mal, wenn ich mir meinen hart erarbeiteten Gürtel umbinde, denke ich an die vier vergangenen Jahre. Ich denke daran wie alles angefangen hat, wie sehr ich mich sei dem verändert habe und ich bin mir sicher, dass ich ohne das Tae Kwon-Do und ohne die Hilfe meiner Meisterin niemals so viel in meinem bisherigen Leben erreicht hätte. Besonders bedanken möchte ich mich hierbei bei meiner Trainerin Kathrin Zemelka, die mich immer unterstützt hat und ohne die ich niemals so weit gekommen wäre.

 

Tae Kwon-Do hat mir eine neue Welt näher gebracht die ich Stück für Stück immer mehr in mein Leben integriere.

 

Mein Ziel ist es also nicht nur, den schwarzen Gürtel irgendwann umbinden zu können, sondern immer neue Ziele im Tae Kwon-Do zu haben, dass mein Weg in diesem Kampfsport nie enden wird, immer diesen Willen zu haben, sich zu verbessern, sich zu steigern, seine eigenen Grenzen zu überqueren und, dass ich immer diese Konstante haben werde, auf die ich mich verlassen kann.


Leoni Fahrenkrug

Ausarbeitung zur Sicht auf die eigene Kampfkunstgeschichte

Erfahrungsbericht 2017-03