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Aaron Kaebitz - Erfahrungsbericht 2017-07

Ein Bericht zur Vorbereitung auf die Prüfung zum 1. Kup von Aaron Kaebitz


Aaron Kaebitz - Schüler der Budosport- und Kampfkunstschule Eisenberg

Vor sieben Jahren, es war damals an der Grundschule Ost in Eisenberg, wurde ich mit etwas konfrontiert, was bis dahin eine Art Mythos für mich war. Es wurden Flyer ausgeteilt mit der Überschrift „Taekwondo, koreanisches Karate“. Kampfkunst hat schon immer eine besondere Faszination auf mich ausgeübt, doch eine Vorstellung, was es genau bedeutet, neben akrobatischen Kicks und kaputtmachen von Steinen hatte ich nicht. Ich nahm nun also teil an den Trainingseinheiten in der Turnhalle der Grundschule und schon bald war klar, es ist hart, sehr hart, aber darin liegt der Reiz. Eine Sache, an welche ich mich genau erinnere, ist, wie damals noch Meister Axel Schulze, uns ein Spagat vorführte und keiner von uns es annähernd nachmachen konnte. Dies und die hohen Kicks, die oftmals komplizierten Techniken und das ganze besondere Drumherum faszinierten mich von Anfang an und brachten mich zu der Erkenntnis, ja diesem Sport will ich ernsthafter nachgehen.

Nun war ich also angemeldet in der Taekwondo Schule, damals noch an anderem Standpunkt und das Trainieren ging los. Am Anfang hatte ich große Probleme, das Training körperlich, aber auch mental durchzuziehen. Die vielen verschiedenen Techniken forderten mich sehr, doch als ich damals die vielen anderen Schüler vor mir stehend sah, wusste ich, wo ich hin wollte. Ich trainierte hart und mit viel Arbeit und Training ging es: Techniken wurden genauer, Kicks höher und neue Hyongs wurden erlernt und gefestigt. Ohne es selber wirklich zu wissen, arbeitete ich mich vor und dies ist ein Prozess, der seit über sieben Jahren kontinuierlich vonstattengeht. Doch diese Jahre Training waren nicht immer gleich.

 

Von der anfänglich überschwänglichem Motivation, zu kontinuierlichen trainieren und dann aber auch zu einer Phase der Demotivation und die Gedanken an das Aufgeben des Sportes. Doch ich habe es nie gemacht. Nun, beim Schreiben dieses Textes denke ich genau darüber nach, warum nicht und es ist eine einfache Antwort: Taekwondo ist mehr als ein einfaches Hobby oder ein Sport, es ist eine Lebenseinstellung. Es gehört einfach mehr dazu, durch Taekwondo habe ich einen völlig neuen Freundeskreis aufgebaut, mich körperlich und mental gestärkt und dies merke ich vor allem in Phasen, in denen ich wenig oder gar nicht für einen längeren Zeitraum beim Training war. Irgendwann, früher oder später juckt es mich wieder in den Fingern: Ich muss zum Training. Dort merke ich dann schnell, dass ich lange nicht mehr da war. Man bekommt dann einen Kommentar der Freunde und ist körperlich auch nicht mehr auf dem Level, auf dem man mal war. Genau diese Erkenntnis motiviert mich dann wieder. Doch das zeigt mir nicht nur, dass Taekwondo mich körperlich stark macht, sondern auch, dass es ein Teil meines Lebens geworden ist, der mir so viele weitere positive Aspekte bringt. Es macht mich ausgeglichener, hat mir beigebracht, respektvoll umzugehen mit meinen Mitmenschen und das Training ist eine feste Konstante meines Lebens geworden. Diese möchte ich nicht mehr missen müssen.

 

Ich habe den Ansporn im Taekwondo immer besser zu werden und dabei habe ich noch viele Ziele zu erreichen, beispielsweise den eingangs erwähnten Spagat perfekt zu können (was ich wohl nie ganz können werde) oder einen 540 Grad Kick sicher durchführen zu können. Doch deswegen mache ich weiter. Ich habe noch viel zu erlernen und meine selbst gesteckten Ziele, die sich im Laufe der Jahre immer wieder veränderten, zu erreichen und zu übertreffen. Deswegen wählte ich diesen Weg vor einer halben Ewigkeit, wie es mir erscheint und ich habe es nie bereut und werde dies auch nie tun.


Aaron Kaebitz
Ausarbeitung zur Sicht auf die eigene Kampfkunstgeschichte
Erfahrungsbericht - 2017-07