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Kampfkunst-Newsletter (Februar 2018)

Was wir aus Anekdoten lernen können

In diesem Monat geht es um die Beantwortung der Frage: Was können wir aus Anekdoten lernen? In ihnen steckt in aller Regel mehr Weisheit, als ihre Worthülse auf den ersten Blick preisgibt. Lassen Sie sich darauf ein!


Wer scheitert, bleibt wertvoll

Der Redner hielt einen 50-Euro-Schein in die Luft: „Wer von Ihnen möchte diesen 50-Euro-Schein haben?“, fragte er sein Publikum. Zahlreiche Hände gingen hoch. Da nahm er den Schein und zerknüllte und zerknautschte ihn, riss Ecken hinein bis der Schein nur noch ein unansehnliches Knäuel war. Wieder fragte er: „Wer von Ihnen möchte jetzt noch diesen 50-Euro-Schein haben?“ Wieder gingen fast alle Hände hoch. „Na, gut“, sagte der Redner und warf das Schein-Knäuel auf den Boden. Dann stampfte er mit seinen schmutzigen Schuhen darauf herum, wischte sie daran ab und erzählte dazu eine Geschichte von dem schmierigen Trottoire, durch den er zuvor gegangen war. Dann hielt er das zerschundene Stück Papier mit zwei spitzen Fingern hoch: „Wer von Ihnen möchte diesen 50-Euro-Schein jetzt noch haben?“ Es waren nur ein paar Hände weniger, die aufzeigten. Das Gros wollte ihn noch immer haben. Egal, was er mit dem Geldschein anstellte, wie schmutzig oder zerknittert er auch war, der Wert blieb gleich: 50 Euro. Mit Menschen ist das ähnlich: Egal, wie oft manche fallen gelassen werden, wie oft sie am Boden zerstört sind, auf ihnen herumgetrampelt wird oder sie sich vielleicht schmutzig und wertlos fühlen – an ihrem Wert ändert das nichts.

Kampfkunst

Der deutsche Dichter und Theologe Johann Peter Hebel (1760-1826) erzählt die Geschichte von einem Vater, der seinem Sohn die Torheit der Welt zeigen will. Er führt dazu einen Esel aus dem Stall und alle drei wandern in das nächste Dorf. Die Bauern verspotten das Trio und rufen: „Seht doch, diese Narren! Haben einen Esel und keiner sitzt drauf.“ Kaum haben sie das Dorf verlassen, setzt sich der Vater auf den Esel, und der Sohn führt beide in das zweite Dorf. Wieder spotten die Bauern: „Was für ein Gespann! Der Alte reitet und der arme Junge muss laufen.“ Kurz hinter dem Dorf tauschen Vater und Sohn die Rollen. Doch wieder schimpfen die Bauern: „Es ist nicht recht, dass der Alte laufen muss. Der Junge hat die kräftigeren Beine!“ Nun setzen sich beide auf den Esel – der Vater vorn, der Junge dahinter. So reiten sie gemeinsam in die vierte Siedlung, und man ahnt es längst: Auch hier finden die Bauern Anstoß: „Pfui, ihr Tierquäler“, rufen sie. „Man sollte einen Stock nehmen und beide herunterschlagen!“ Da erreichen sie das fünfte Dorf. Noch vor dem Eingang binden sie die Beine des Esels zusammen, fädeln sie durch eine Stange und tragen so den Esel auf ihren Schultern durch den Ort. Als die Leute das sehen, verhöhnen sie Vater und Sohn und jagen alle drei mit Steinwürfen fort. Es allen recht machen zu wollen, wirkt wie Nervengift: Erst vernebelt es, dann lähmt es. Wer es versucht, wird sich zwangsläufig verzetteln, verliert sein Ziel aus den Augen, opfert obendrein sein Rückgrat und macht sich zum Esel. Auch wenn Anpassungsfähigkeit Bedingung für persönlichen Erfolg ist und Flexibilität per se als positiver Wert gilt: Zuviel davon ist ungesund. Wer sich jedem Widerstand beugt, besitzt weder Standfestigkeit noch Durchsetzungskraft. Die Versuchung ist manchmal groß, nachzugeben, um nicht kämpfen zu müssen. Die meisten aber verachten Anpasser und Wendehälse. Respekt und Anerkennung resultieren nicht aus dem Grad, wie sehr man sich verbiegen kann, sondern wie man Konflikte durchsteht. Geschichtsbücher wie Zeitschriften sind voll von Lobesarien auf Menschen, die für ihre Sache eingestanden sind – selbst wenn sie sich dabei irrten.

Der Klügere gibt nach - wie dumm / Alles ist relativ

Der Maharaja Pranghjet spannte eines Tages eine Schnur mitten durch seinen Thronsaal. Daraufhin forderte er seine Minister auf: „Verkürzt diese Schnur! Aber ihr dürft sie weder abschneiden, noch verknoten!“ Seine Minister grübelten und grübelten, doch keiner fand die Lösung. Da stand einer der weisesten Männer auf und spannte eine längere Schnur gleich daneben. Und tatsächlich: Die erste
Schnur war nun die kürzere der beiden. Alles ist relativ: Erfolg, Freude, Reichtum, Leid. Wer sich ständig mit anderen vergleicht – kann den Kürzeren ziehen oder nicht, glücklich werden oder nicht. Es kommt darauf an, welchen Maßstab er wählt.


Impressionen


Was war los?

  1. Neujahrstraining in Weimar
    Erstes Training im neuen Jahr in unseren neuen Räumen.
  2. 4. BUDOKIDS Kinder- und Jugendwochenende
    Tolles Erholungswochenende mit ca. 30 Kindern
  3. Erste-Hilfe-Lehrgang in Jena
    Sonderlehrgang zum Thema Erste-Hilfe im Kampfsport
  4. Seminar: 1-Schritt-Kampf
    Erstes Sonderseminar im Jahr 2018 zum Thema 1-Schritt-Kampf in Jena

Motivierende Worte

Wer heute nichts tut, lebt morgen wie gestern. – unbekannt

Warten Sie nicht. Es wird nie der richtige Zeitpunkt sein. Fangen Sie an, wo sie sich gerade befinden, mit den Werkzeugen, die Ihnen zur Verfügung stehen und es werden sich bessere Werkzeuge entlang Ihres Weges finden! – Napoleon Hill

Ich messe den Erfolg nicht an meinen Siegen, sondern daran, ob ich jedes Jahr besser werde.– Tiger Woods 

Mein Nachbar und ich haben ein Ei, wenn wir es tauschen, hat jeder weiterhin ein Ei. Mein Nachbar und ich haben eine Idee, wenn wir sie austauschen, hat jeder von uns zwei Ideen.  – Victor E. Fränkl



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