Presseberichte aus dem Jahr 2017


Körperliche und mentale Grenzerfahrungen

OTZ-Ankündigung zum Jubiläum "20 Jahre Tae Kwon-Do in Eisenberg"
OTZ Eisenberg

Die Taekwondo-Schule in Eisenberg feiert heute ihr 20-jähriges Bestehen. Ab 16.45 Uhr Vorführungen in der Dreifelderhalle. Der Eintritt ist frei.

 

Von Marcus Schulze

 

Eisenberg. Es würde eine ganz eigene Atmosphäre beschwören. Eine, die sich durch Synchronizität und Uniformität, aber auch durch Kraft und Eleganz auszeichne, wenn rund einhundert Taekwondo-Kampfsportler zur gleichen Zeit ein und dieselbe Übung vorführen. „Das hat etwas ganz Besonderes", sagt Axel Schulze - und er muss es wissen, schließlich darf er sich Großmeister in Sachen Taekwondo nennen. Wer nun besagte Atmosphäre einmal erleben möchte, sollte die Gunst der quasi Taekwondo-Stunde heute nutzen stehen in der Dreifelderhalle des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Eisenberg alle Zeichen auf eben Taekwondo. Dass dem so ist, hängt mit gleich zwei Jubiläen zusammen. Zum einen feiert die Taekwondo-Schule in Eisenberg ihr 20-jähriges Bestehen, zum anderen zelebriert Axel Schulze, dass er sich seit nun mehr 20 Jahren mit der Kampfsport-Materie befasst.

 

Im Rahmen des quasi Doppeljubiläums geben sich heute dann auch Partnerschulen aus Dresden, Köln, Regensburg oder Bonn sowie aus Villach in Österreich für Vorführungen und Kampfkunst-Schmankerl die Ehre in der Kreisstadt. Runde 250 Athleten werden ihr Können demonstrieren. Und natürlich werden auch die Taekwondo-Schüler von Axel Schulze zugegen sein. Ab 13 Uhr stehen erst einmal Lehrgänge für die Kampfsportler auf dem Programm, diesen folgen dann ab 16.45 Uhr Show-Darbietungen für das Publikum. „Da werden wir den Sport auch für Außenstehende vorstellen", sagt Axel Schulze. Und dann wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das eine oder andere Brett zu Bruch gehen.

 

Dass er selbst über so lange Zeit dem Kampfsport treu blieb, sei anfangs nicht wirklich abzusehen gewesen, berichtet Axel Schulze. „Als die Schule damals in Eisenberg eröffnet wurde, haben meine Eltern meine Schwester und mich einfach angemeldet", so der 33-Jährige. Außerdem wurde da einst 1997 ein gewisser Kwon Jae-hwa ganz groß angekündigt, der der Eröffnung der Schule beiwohnte. Der Südkoreaner war maßgeblich daran beteiligt, die Kampfkunst in den späten 60er-Jahren in Westeuropa — also auch in der damaligen Bundesrepublik Deutschland -populär zu machen. Der mittlerweile 80-jährige Kwon Jae-hwa ist Großmeister, Träger des 7. Dan - ein Meistergrad - und genießt vor allem wegen seines Kieselsteinbruchtests in der Öffentlichkeit eine gewisse Bekanntheit. Seine Schwester habe dann beizeiten die Segel gestrichen, und auch bei Axel Schulze habe sich die Euphorie zu anfangs etwas in Grenzen gehalten. Wie man halt so als Jugendlicher unterwegs sei, sagt er rückblickend. „Ich war stinkend faul." Dies habe sich jedoch schlagartig geändert, als er mit Gleichgesinnten zu Lehrgängen in ganz Deutschland aufbrach. „Da habe ich Leute gesehen, die Sachen gemacht haben, die ich sonst nur vor Jean-Claude Van Damme kannte", schwärmt Schulze. Und er wollte das dann auch können. Der Ehrgeiz wurde bei ihm geweckt- und hält bis heute an. Heute betreibt der Träger des 5. Dan Taekwondo-Schulen in Eisenberg, Jena und Stadtroda, wird eine weitere demnächst in Weimar eröffnen.

 

Axel Schulze, der gelernter Sport- und Fitnesskaufmann ist, hat sein Hobby namens Taekwondo längst zum Beruf gemacht. 300 Schüler hat er unter sich. Es sei die Vielfalt des Sports gewesen, die ihn fasziniert habe, resümiert Axel Schulze. Dabei gehe es beim Taekwondo nicht in erster Linie darum, gegen andere Athleten zu kämpfen, sondern dass man beim Zerschlagen von Holzbrettern und Steinen an seine Grenzen stoßen um diese schlussendlich zu überwinden. Und zwar in körperlicher wie in mentaler Hinsicht.


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