Kampfkunst - Mehr als reine Bewegung

Eine Kampfkunst befasst sich in der Regel mit dem Selbstschutz bzw. der Selbstverteidigung und dem Verhalten in echten, unreglementierten Gefahren- oder Konfliktsituationen. Jede Kampfkunst enthält Kampftechniken, die zum Ziel haben, einen Gegner zu besiegen. Die Hinzunahme von Waffen ist hierbei nicht selten. Darüber hinaus gehören zu einer Kampfkunst häufig auch andere Aspekte. Die Vermeidung von Konflikten im Vorfeld sowie das Ziel, die persönlichen Eigenschaften (Beweglichkeit, Kraft, Geschwindigkeit, Ausdauer, Reaktionsfähigkeit...) zu verbessern, finden sich in den meisten Kampfkünsten wieder. Richtig praktiziert handelt es sich um viel mehr als nur reine Bewegung.

Die Kampfkünste aus dem asiatischen Umfeld gelten häufig als vollständiges System der Lebensgestaltung und Vervollkommnung mit entsprechendem philosophischen Hintergrund. In der heutigen Zeit treten die eigentlichen Kampftechniken sowie der Gedanke eine andere Person zu besiegen in den Hintergrund. Sie werden viel mehr als Weg zum eigentlichen Ziel verstanden. Einen Verlust an Effektivität bedeutet dies allerdings nicht. Im Gegenteil. Durch das breitere Trainingsspektrum, bestehend aus einer extrem großen Bandbreite an körperlicher Bewegung und dem gesammelten Wissen Gelehrter und Philosophen, Meister und Großmeister, kann heute umfangreicher geschult werden als je zuvor. Wichtig ist hier das Verständnis des Meisters bzw. Großmeisters sowie die Bereitschaft, bzw. der Wille des Schülers hart an sich selbst - seinem Körper und seiner Person - zu arbeiten.


Ein guter Meister sieht nicht vorrangig das Vorhandene, sondern viel mehr dass, zudem der Schüler wirklich im Stande ist. Er erkennt das Potenzial und leitet den Schüler auf seinem individuellen Weg zum schwarzen Gürtel - in der Kampfkunst und im Leben.

GRUNDSÄTZE DER KAMPFKÜNSTE

  • Regeln gibt es keine. Erfolgreiche Techniken zur Selbstverteidigung müssen zum einen einfach und leicht verständlich sein und mit hoher Wahrscheinlichkeit funktionieren. Sie folgen keinen festen Regeln.
  • Ein notwendiger Kampf wird fortgesetzt, bis einer der Kämpfer aufgibt, nicht mehr kämpfen kann oder sich eine Möglichkeit bietet, sich sicher aus dem Kampf zurückzuziehen.
  • Der Gegner hat grundsätzlich immer Recht, wenn seine Technik erfolgreich war.
  • Ein überlegener Kämpfer wird seinen Vorteil immer zum Sieg nutzen.
  • Es gibt keine zweite Chance. Ein Kampf wird daher zügig beendet.
  • Gibt das Opfer auf, muss es mit weiteren Angriffen rechnen. Dies ist dann der Fall, wenn der Angriff Teil eines Verbrechens ist.
  • Geübt werden nicht nur zweckmäßige Techniken zur Selbstverteidigung. Es wird auch die Abwehr von verschiedenen Angriffen geübt, die in verschiedenen Kampfsportstilen häufig und erfolgreich eingesetzt werden.
  • Weder Ort und Gegner sind vorher bekannt. Man kann sich nicht gezielt auf einen Kampf vorbereiten.