Tae Kwon-Do nach Großmeister Kwon, Jae-Hwa. 

Tae Kwon-Do, auch bekannt als koreanisches Karate, ist eine recht moderne Kampfkunst mit Spezialisierung auf Tritte und Sprünge (ca. 70% Bein- und 30% Handtechniken). Einfach übersetzt bedeuten die drei Silben soviel wie Fuß (Tae), Hand (Kwon) und Geist bzw. Weg (Do). Das regelmäßige Training schult gleichermaßen Körper und Geist. Heute dient es vornehmlich der aktiven Freizeitbeschäftigung – mit geistigem Hintergrund und entsprechender Lebens- und Verhaltensschulung – und der Gesunderhaltung des eigenen Körpers. Kinder können dieser Kampfkunst ab einem Alter von ca. 7 Jahren nachgehen. Für Jugendliche, Erwachsene und Senioren gibt es kaum Einschränkungen.

Eine Besonderheit unserer Schulen sind die Trainingseinheiten "Kinder & Familien“, an denen Eltern und Kinder zusammen teilnehmen können. Der Unterricht wird in Punkto Intensität und Komplexität immer an die jeweils gerichtete Gruppe (Kinder & Familien, Anfänger und Fortgeschrittene) angepasst. In unseren Schulen halten wir uns weitestgehend an die Lehrmethode von Großmeister Kwon, Jae-Hwa.

Geschichte des Tae Kwon-Do

Tae Kwon-Do ist eine Südkoreanische Kampfkunst, welche unter diesem Namen erst seit 1955 existiert. Die Wurzeln dieser Kampfkunst reichen jedoch weit in die Vergangenheit von Korea, Japan und China zurück. Mitte des 20. Jahrhunderts fand unter Federführung des koreanischen Generals Choi, Hong-Hi die Entwicklung einer neuen Kampfkunst statt, die per staatlich anerkanntem Beschluss vom 11. April 1955 den Namen Tae Kwon-Do tragen sollte. Der General achtete bei der Entwicklung besonders darauf, dass alle Bewegungen den geltenden sportwissenschaftlichen, medizinischen und und vor allem physikalischen Gesetzen gehorchen sollte.

Bad Tölz 2006 - Größter Tae Kwon-Do Lehrgang außerhalb Koreas mit insgesammt ca. 1.400 Teilnehmern

Vor 1955 trainierte man in Korea unter den koreanischen Bezeichnungen Tang Soo Do ("China-Hand") und Kong Soo Do ("leere Hand") verschiedene Stile des Japanischen Karate. Diese Sportarten fanden in der Besatzungszeit von Korea durch die Japaner (1910-1945) viele Anhänger. Nach Abzug der Besatzungsmacht Japan im Jahr 1945 wollte General Choi nun aber eine verbesserte Form des japanischen Karate erschaffen und Korea so zu einer eigenen, innovativen und modernen Kampfsportart zu verhelfen. Er ergänzte Bewegungen des japanischen Karate um beliebte koreanische Bewegungselemente, beispielsweise aus dem Taekkyon, einer Art altertümlichen Volkstanz. Die geradlinigen und eher statischen Techniken des Karate wurden so deutlich flüssiger und dynamischer. Viele Dreh-, Sprung- und Beintechniken wurden in den Folgejahren entwickelt. Anfangs bezeichnete man diese neu entwickelte Kampfkunst aufgrund seiner nicht zu leugnenden japanischen Wurzeln noch als "koreanisches Karate". Durch die den neuartigen, teils sehr spektakulären Sprung- und Beintechniken wurde das Tae Kwon-Do dann aber schließlich immer weniger mit dem japanischen Karate in Verbindung gebracht und erwarb seinen eigenen Platz in der Welt der Kampfkünste. Heute gehört es mit über 100 Millionen Aktiven zu den meist verbreiteten Kampfsportarten weltweit.

 

Der Name Tae Kwon-Do wird erst seit dem 11. April 1955 offiziell verwendet. General Choi setzte sich am 11. April 1955 mit diesem Namen als neue Stilbezeichnung für die verschiedenen karatebasierten Kampfkunststile durch. Nachdem anfänglich noch das Formensystem des Karate Verwendung fand (sog. Kata), entwickelte General Choi, zusammen mit einigen fähigen Assistenten, schließlich in den 50er und 60er Jahren ein System mit zwanzig Übungsformen (die sogenannten Chang-Hon Hyong). Tae Kwon-Do stellt seit dieser Zeit eine eigenständige koreanische Kampfkunst dar. Mit zahlreichen Demoteams wurde die Sportart in den folgenden Jahren international bekannt gemacht. Als wichtigste Vorführungsreise gilt die "Good-Will-Tour", die unseren Systemgroßmeister Kwon, Jae-Hwa zusammen mit drei anderen, äußerst talentierten Meistern (Han Cha-Kyo, Park Jong-Soo, Kim Joong-Geun) und General Choi, Hong-Hi 1965 nach Mitteleuropa führte. Der erste Auftritt des Teams fand am 18. Oktober 1965 in Frankfurt statt und gilt als Grundsteinlegung für das Tae Kwon-Do in Deutschland. Ein Jahr darauf folgte Kwon, Jae-Hwa dem Ruf der Oh-Do-Kwan Kampfsportschule von Carl Wiedmeier nach München, der ihm eine Anstellung als Cheftrainer für Tae Kwon-Do bot. Schon bald wurde Kwon als Bundestrainer eingesetzt.

Ein großer Dank an Claus Moos, dem Schulleiter der KWON-Kampfkunstschule Ingolstadt, für die Bereitstellung der Geschichtstexte.